Fluchtgefahr? Geht immer!

Boulevard gibt Justiz die Richtung vor

In der letzten Zeit gab es eine kleine Provinzposse aus Berlin, die dann doch unserer Aufmerksamkeit bedarf. In Berlin läuft seit geraumer Zeit die so genannte Volxsport-Kampagne. Inhalt dieser Kampagne ist unter anderem das Abfackeln von teuren Autos. Was auch recht erfolgreich ist. In manchen Nächten brennen in Berlin, und inzwischen auch in Hamburg und anderen großen Städten, mehrere Autos der Kategorie Nobelkarosse. Die Polizei steht unter erheblichem Erfolgsdruck, denn obwohl 15 Festnahmen erfolgt sind, Verurteilungen gab es bislang keine.

Am 18. Mai wurde Alex, eine Aktivistin aus Berlin, von der Polizei mit dem Verdacht, ein Auto angezündet zu haben, festgenommen. Sie konnte nach ein paar Stunden die Wache wieder verlassen. Der Berliner Boulevard, allen voran BZ und Bild, schäumte. Politiker, die eine harte Linie gegen die „Brandstifter“ fordern, kamen zu Wort und ließen sich über den mangelnden Erfolg der Berliner Polizei aus.

Folge: am 20. Mai kam Alex wieder in Haft – wegen angeblicher Fluchtgefahr. Alex hat einen festen Wohnsitz, befindet sich in einer Ausbildung und hat trotz lauter werdenden Wegsperrforderungen der Presse keinerlei Vorbereitungen für eine Flucht getroffen. Sie war im Gegenteil am 19. Mai noch auf einer antifaschistischen Kundgebung und hat sich dort quasi „auf dem Silbertablett“ den ebenfalls anwesenden Zivilbeamten präsentiert.

Ein Haftprüfungstermin wurde zu einer ähnlichen Farce: Kaum wurde sie vom Landgericht unter Auflagen freigelassen, legte die Staatsanwaltschaft umgehend Beschwerde ein. Bis über diese entschieden war, musste Alex in Haft bleiben. Das Landgericht Berlin hatte dann das letzte Wort: Alex bleibt in Haft.

Als Reaktion auf diese Entscheidung besetzte die Soligruppe (www.free-alexandra.tk) am 27.Juli ein Wahlkreisbüro der Grünen in Berlin Kreuzberg, um eine Pressekonferenz abhalten zu können. Ferner bittet die Soligruppe um Spendengelder.