Anquatschversuche in Hamburg

PRESSBACK dokumentiert die Bekanntmachung der Roten Hilfe Ortsgruppe Hamburg

Die Rote Hilfe macht darauf aufmerksam, dass es Anfang des Jahres in Hamburg zum wiederholten Mal zu zwei Anquatschversuchen durch den Verfassungsschutz kam. In beiden Fällen wurden Personen von einer Frau angesprochen, die sich mit ihnen „unterhalten“ wollte. Eine wurde von der Schnüfflerin am 04. Januar vor der Haustür erwartet, als sie gerade nach Hause kam. Der andere Fall ereignete sich eine Woche später – auch hier vor der Haustür.
In beiden Fällen gab die Frau sich als Mitarbeiterin des Bundesamtes für Verfassungsschutz aus und begann mit dem „Aufhänger“: „Sie waren vor zwei Jahren an der Gegendemonstration gegen den Antiislamgipfel in Köln beteiligt. (…) Ich würde gerne mit Ihnen darüber reden, warum sie sich damals beteiligt haben?“ Nachdem in beiden Fällen die angesprochenen Personen sehr irritiert waren, ging es mit einem „Job-Angebot“ weiter: „Sie sind doch genauso Antifaschist wie ich. (…) Sie können uns helfen, Internetrecherche dazu zu machen. (…)“
Beide angequatschten Personen teilten mit, dass sie an einer solchen Tätigkeit kein Interesse haben, woraufhin sich die Frau verabschiedete und wieder verschwand. Gerade weil zeitgleich auch in anderen Teilen der BRD wieder ähnliche Fälle bekannt wurden, weist die Rote Hilfe darauf hin, dass das sofortige Ablehnen solchen Gesprächs die einzig richtige Reaktion ist – denn die Schnüffler_innen sind darin geschult, aus jeder noch so harmlos wirkenden Unterhaltung brauchbare Informationen zu ziehen, aber natürlich nichts preiszugeben. Alle Kleinigkeiten sind für den Verfassungsschutz wichtige Bausteine, um ein Bild von politischen Zusammenhängen oder sogar abenteuerliche Anklagekonstruktionen gegen die betroffene Person und ihr Umfeld zu konstruieren. Die Rote Hilfe stellt sich solchen Versuchen entschieden entgegen und rät dazu, sie öffentlich zu machen.